Der General

Zu Beginn der 70er Jahre, hatte eine Katze die General-Henke-Kaserne als ihr Zuhause und Jagdrevier auserkoren. Es handelte sich um einen couragierten Kater, dessen farbiges Fell an eine Generalsuniform erinnerte. Der Name für das schöne Tier war daher schnell gefunden: „Der General“. 

In der Kaserne fand zu diesem Zeitraum eine Kommandeurbesprechung auf Regimentsebene statt, an der ursprünglich der Befehlshaber im Wehrbereich IV zeitweise teilnehmen wollte, aber leider kurzfristig absagen musste. 

Die heimischen Flusspioniere waren sehr bemüht, dem hohen Besuch einen guten Eindruck von der Neuwieder Truppe zu vermitteln.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen wurde die Tafel von zwei Küchenfrauen abgeräumt. Dabei war verwunderlich, das spezielle Speisereste, - vorwiegend Fleischstücke -, sorgsam ausgesucht und in einen Futternapf abgeteilt wurden.

Die Kommandeur-Runde schaute teils skeptisch, teils amüsiert dem betriebsamen Geschehen zu. Der peinlich berührte Hausherr und Flusspionier-Chef fragte ungehalten die Frauen was das soll. 

„Wissen Sie“, antwortete die Eine etwas unsicher, „das ist für den General, der kommt gleich hinter das Gebäude, wir stellen ihm das Fressen unten an die Treppe“!

Und nachdrücklich ergänzte die Andere: „Der Kerl frisst ja nicht alles“!