Die Fahrschüler unserer LKW-Fahrschule übten den Stadtverkehr in Koblenz. Vor ihnen befand sich ein Kleintransporter der Bundeswehr, der ebenfalls auf dem holprigen Friedrich-Ebert-Ring Richtung Rheinbrücke unterwegs war. Plötzlich löste sich an dem voraus fahrenden Fahrzeug die hintere Ladeklappe, ein Bierfass kullerte über die Ladefläche und knallte auf das Pflaster. Unsere Fahrschulfahrzeug hielt kurz an, der Fahrlehrer hob das volle 30-Liter-Fass eilig auf, nahm es zu sich in das Führerhaus und befahl dem verdutzten Fahrschüler den „Kamerad Vordermann“ zu verfolgen. 

Die Fahrt führte über die Rheinbrücke, den Berg hinauf, bis vor die Gneisenau-Kaserne. Dort stoppte eine Feldjägerstreife alle Militärfahrzeuge zur Fahrzeugkontrolle. Der Streifenführer öffnete das Führerhaus unseres Fahrzeuges und sah zu seinem Erstaunen den Fahrlehrer-Feldwebel mit einem Bierfass auf dem Schoß im Beifahrersitz. 

Nach einigen sprachlosen Schrecksekunden fragte der Feldjäger verblüfft: „Was ist das denn“? “Ein Bierfass, Herr Oberfeldwebel“, war die lakonische Antwort. 

“Fahren Sie immer so durch die Gegend“? 

“Nein, Herr Oberfeldwebel, das Ganze ist ein Zufall“, entgegnete im ruhigen Ton der Fahrlehrer. Der Feldjäger war mit seiner Geduld am Ende und schrie in das Führerhaus: „Wo haben Sie das Fass her will ich wissen“? „Gefunden“, war die ehrliche Antwort. Der eingeschüchterte Fahrschüler hielt indessen krampfhaft das Lenkrad fest, schaute stur nach vorne und erklärte wichtig: „Wir verfolgen doch den Unimog dort vorne“! 

Der Ordnungshüter rang nun sichtlich mit seiner Fassung. Er holte tief Luft, sah die Unschuldsmienen der Soldaten im Führerhaus, zögerte einen Moment und atmete dann schnaufend aus. Leise, fast ein wenig gequält sagte er: „Haut ab“! „Haut bloß ab! – Und  lasst Euch hier nie wieder sehen“! 

Krachend warf er die Fahrzeugtüre zu und ging kopfschüttelnd weiter.