Bodanfähre

Grundlagen

Zur Entwicklung von Flussfähren, die zum Überlandtransport geeignet sind, erhielten die Bodanwerft in Kressbronn am Bodensee und die Clausenwerft in Oberwinter den Auftrag zum Bau je eines Prototyps einer zerlegbaren Fähre. 

Ab Januar 1962 wurden die beiden Prototypen dieser neuen Fähren durch die Koblenzer Flusspioniere, unter Federführung der Erpro-bungsstelle in Koblenz-Metternich, einer konkurrierenden Truppenerprobung unterzogen.

Es dauerte ein volles Jahr, bis schließlich die Entscheidung zur Beschaffung für die Truppe zugunsten der „Bodanfähre“ getroffen dar. Bis März 1966 waren bereits weitere drei Bodanfähren der 0-Serie (MLC 50/30) an die Koblenzer Flusspioniere ausgeliefert worden, die maßgeblich an der Entwicklung und Truppenerprobung dieser Pionierfähre Typ „Bodan“ beteiligt war.

In unzähligen Übungen, auf allen möglichen Gewässern, wurde diese Fähre erprobt und dabei in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung und der Bodanwerft ständig für die militärischen Bedürfnisse verbessert.

So konnte unter anderem durchgesetzt werden, dass beim Bau der Hauptserie (ab 1971) andere Antriebsmotoren eingesetzt und die Fähre für die Anforderungen der MLC 120/60 decksmäßig verstärkt wurde. Auch der bisherige Antrieb durch Ruderpropeller wurde zugunsten eines „Jet-Anriebes“(Wasserdüsen) gewechselt.

Einsatz

Eine Pionierfähre, Typ Bodan, stellte eine taktische Teileinheit einer “Übersetzgruppe” dar.

Drei dieser Übersetzgruppen bildeten gemeinsam mit je einer Führungsteileinheit “Zugtrupp” den Flußpionierzug.

Ein Flusspionierzug (Bodan) war befähigt in einer Stunde

  • 96 Lastkraftwagen (7-Tonnen) oder
  • 24 Kampfpanzerüber ein breites Gewässer auf das andere Ufer zu „werfen“.

Die Pionierfähren Typ „Bodan“,  konnten untereinander in wenigen Minuten mit Bug- und Heckrampen gekoppelt und somit zu einer durchgängigen, panzertauglichen Kriegsbrücke (MLC 60) eingesetzt werden. 

Koch- und Schlafräume, WC sowie genügend Brennstoff- und Wasservorräte an Bord ermöglichten den selbstständigen Einsatz einer Fähre ohne landgebundene Versorgung für 5 Tage.

“Dieser Flusspionierzug (Bodan) hat Brücken-Qualität“!  (Kommentar eines Divisionskommandeurs bei der NATO-Übung  „CARGO CANOE“ ,1980, am Niederrhein)

Beschreibung

Länge                                                 36,46 m

Breite                                                 7,62 m

Tiefgang, ungeladen                            0,68 m

Tiefgang, beladen                                1,05 m

Antriebsmotoren Deutz F8L413         4 x 108 KW  (147 PS)

Gewicht                                               140 t

Geschwindigkeit                                  14 Km

Tragfähigkeit                                       MLC 120 (ca. 90 t),Ausnahmelast 135 t

Bewaffnung                                         2 x Bordmaschinenkanonen 20 mm

 

Bauart

Die Konzeption der Pionierfähre Typ „Bodan“, stammte aus den frühen 60er Jahren. Charakteristisch war vor allem die Ausstattung mit je einer Rampe an Bug und Heck, die ein zügiges Be- und Entladen der Fähre ohne langwieriges Rangieren ermöglichte.

Die Fähre bestand aus 12 gekuppelten Pontons, war zerlegbar und auch verlastbar. Die Pontons konnten auch zu Sonderbauweisen zusammengefügt werden. Das Steuerhaus konnte bei niedrigen Durchfahrten abgesenkt werden.

Die Flussfähre war mit moderner Elektronik und Hydraulik, sowie zwei Bordmaschinenkanonen 20 mm zur Selbstverteidigung ausgestattet. 

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Besatzung

1          Fw Bootkommandanten-Feldwebel und Gruppenführer

1          Fw/Uffz Bootsmaschinen-Feldfeldwebel/Unteroffizier

1          Uffz Bootsteuermanns-Unteroffizier

1          HptGefr Bootsmaschinist und Elektromechaniker

2          Soldaten Flußpioniere

1          Soldat Flußpionier und Sprechfunker

1          Soldat Bootsmaschinist

1          Soldat Flußpionier und Feldkoch