Bootsbesatzung

Kommandant

Der Bootskommandant war der Führer seines Bootes. Er war verantwortlich für die Sicherheit 

  • aller Personen an Bord, 
  • des Bootes und 
  • der Ladung sowie Einsatzfähigkeit, Vollzähligkeit und ordnungsgemäßen Betrieb aller Anlagen und Geräte an Bord. 

Der Bootskommandant leitete die Gemeinschaftsausbildung seiner Besatzung in ihren Tätigkeiten an Bord. Hierzu wurden alle Übungen und Fahrten ausgenutzt. Bei längerem Einsatz, ausgenommen Fährbetrieb, wurden auch Pflege und Wartungsarbeiten durchgeführt, wenn diese den Betrieb und die Sicherheit von Boot und Besatzung nicht beeinträchtigten. 

Der Bootskommandant war bei jeder Fahrt für die Vollzähligkeit der mitzuführenden Unterlagen verantwortlich und gab sie bei Bedarf aus. Zu den Unterlagen gehörten: 

  • Schiffstagebuch, 
  • Maschinenbegleitheft, 
  • Tagesarbeitslisten für Maschinen, 
  • Fernmeldebetriebsunterlagen, 
  • Fahrbefehl, 
  • Vordruck "Meldung über Schiffsunfall", 
  • Technische Dienstvorschriften, 
  • Schiffsattest, 
  • HDV 287/4 "Fahren mit Booten der Flusspioniere", 
  • Gewässerkarten für die zu befahrenen Gewässer, 
  • für die Fahrstrecke gültige Schifffahrtsordnungen oder                   Schifffahrtspolizeiverordnung. 

Der Bootskommandant führte das Schiffstagebuch. Er überprüfte die Eintragungen des Bootsmaschinenfeldwebels / Bootsmaschinenunteroffiziers in den Tagesarbeitslisten der Maschinen und veranlasste, dass diese Listen täglich, -bei mehrtägigen Fahrten unmittelbar nach deren Abschluss -, an den pioniertechnischen Feldwebel der Kompanie weitergeleitet wurden. Der Bootskommandant erstattete bei Schiffsunfällen schriftliche Meldung.

Vor jedem Fahrtantritt ließ sich der Bootskommandant von seiner Besatzung die Einsatzbereitschaft und Vollzähligkeit der Geräte in den Verantwortungsbereichen melden. Er überprüfte durch Stichproben die Richtigkeit der Meldungen. 

Der Bootskommandant hatte sein Boot auch bei Fahrten im Verband so zu führen, dass andere Fahrzeuge nicht beschädigt, die Schifffahrt nicht behindert sowie Beschädigungen der Ufer und Anlagen jeder Art im Gewässer und an den Ufern vermieden wurden. 

Für den Ausrüstungsstand seines Bootes war der Bootskommandant verantwortlich. Auftretende Schäden an oder Verluste von Geräten und Material meldete er der Kompanie. Betriebsstoff-, Frischwasser-und Propangasvorrat ließ er nach jeder Fahrt prüfen und gegebenenfalls ergänzen.

Steuermann

Der Bootssteuermann bediente in der Regel die Fahr-und Steueranlagen des Bootes. Er war verantwortlich dafür, dass Fahr- und Steueranlagen des Bootes. Traten keine Beanstandungen auf, meldet er dem Bootskommandanten: 

  • Rettungsgerät, 
  • Sanitätsmaterial, 
  • Brandschutzgeräte und die an Bord befindliche seemännische Ausrüstung (Leinen, Seile,Fender, Schäkel usw.) ordnungsgemäß abgelegt, gelagert, vollzählig und brauchbar waren. 

Vor Antritt einer Fahrt überprüfte der Bootssteuermann die Funktion der Fahr- und Steueranlagen des Bootes. Traten keine Beanstandungen auf, meldete er:

"Rettungsgerät, Sanitätsmaterial, Brandschutzgerät und seemännische Ausrüstung vollzählig und einsatzbereit, an Fahr-und Steueranlagen keine Beanstandungen"!

MaschFw/MaschUffz

Je nach Bootstyp war der BootsMaschFw/BootsMaschUffz verantwortlich für die Einsatzbereitschaft, Betriebssicherheit sowie Pflege und Wartung der 

  • Hauptmotore,
  • Hilfsmotore,
  • Lenz-und Feuerlöschanlage,
  • Trimmanlage,
  • Pressluftanlage,
  • Heizanlage,
  • Elektrische Anlage, einschließlich aller Batterien,
  • Hydraulikanlage,
  • Frischwasseranlage,
  • Betriebsstoffanlage,
  • Propangasanlage, einschließlich aller Leitungen.

Er meldete dem Bootskommandanten (BootsKdt) rechtzeitig den Bedarf an Betriebsstoff, Propangas und Trinkwasser.

Auf Flussfähren war der BootsMaschFw außerdem für die Notruderanlage verantwortlich und wurde bei Überprüfung, Schadensbeseitigung sowie Pflege und Wartung der elektrischen Anlage durch den Elektromechaniker unterstützt.

Der BootsMaschFw/BootsMaschUffz füllte nach jeder Inbetriebnahme von Motoren die "Tagesarbeitsliste für Maschinen" aus und legte sie dem BootsKdt vor.

Vor Beginn einer Fahrt führte der BootsMaschFw/BootsMaschUffz folgende Arbeiten durch:

  • Motorenraum durchlüften,
  • Bodenventile öffnen, damit der Kühlwasserweg frei wird, gegebenenfalls den Motor vorwärmen,
  • Motoren-und Getriebeölstand prüfen,
  • alle Betriebsstoffleitungen entlüften und auf Dichtigkeit prüfen,
  • Anlasseinrichtung klarmachen,
  • Getriebeschaltung prüfen,
  • Positionslichter, Scheinwerfer, akustische Anlagen sowie die gesamte Lichtanlage überprüfen,
  • Batterien überprüfen,
  • an Ruder-oder Ruderpropelleranlage Wellenlager und Wellenbuchsen überprüfen,
  • Betriebsstoff-Trinkwasser-und Propangasvorrat feststellen sowie Heizungsanlage, wenn erforderlich, in Betrieb nehmen.

Das Ergebnis der Prüfung wurde dem BootsKdt gemeldet, der daraufhin einen Probelauf durchführen ließ. Ergaben sich hierbei keine Störungen, meldete der BootsMaschFw/BootsMaschUffz vor Fahrtbeginn dem BootsKdt: 

"Alle Anlagen an Bord betriebsbereit"!

Während der Fahrt überwachte der BootsMaschFw/BootsMaschUffz Betriebsstoff- und Kühlwasserpumpen sowie alle Druck-und Temperaturmesser.

Er meldete dem BootsKdt aufgetretene Störungen und hat ihm Maßnahmen zu deren Behebung vorgeschlagen.

Auch wenn Störungen nicht aufgetreten sind, wurde in jedem Falle eine halbe Stunde nach Fahrtbeginn gemeldet: 

"Alle Anlagen an Bord arbeiten störungsfrei"!

Die Übernahme von Betriebsstoff wurde unter Beachtung der Sicherheitsbestimmungen durch ihn überwacht.

Maschinist

Der Bootsmaschinist unterstützte auf allen Bootstypen den Bootsmaschinenfeldwebel/Bootsmaschinenunteroffizier (BootsMaschFw/BootsMaschUffz) bei seinen Tätigkeiten. Er konnte vom Bootskommandanten mit Aufgaben des BootsMaschFw/BootsMaschUffz betraut werden, wenn dieser abwesend war. 

Auf Fluss-Schleppern bediente, pflegte und wartete der Bootsmaschinist zusätzlich  

  • die Bordkanone(n), 
  • die Ankereinrichtung, 
  • die Spillanlage sowie 
  • die Feuerlöschkanone

Er hatte dem Flusspionier/Feldkoch beim Ab-und Anlegen sowie beim Fahren mit Notruder zu helfen. 

Vor Antritt einer Fahrt übernahm der Bootsmaschinist auf Pionier-Schleppern die Munition, lagerte sie am vorgesehenen Platz an Bord und überprüfte die Bordwaffen, Ankereinrichtung, Spillanlage und Feuerlöschkanone. 

Traten keine Beanstandungen auf, meldete er dem Bootskommandanten: 

"Bordwaffe, Ankereinrichtung, Spillanlage und Feuerlöschkanone einsatzbereit, Anzahl Patronen an Bord!"

EloMech

Der Bootsmaschinist / Elektromechaniker, -nachfolgend nur Elektromechaniker genannt -, hatte eine Doppelaufgabe.

Auf Flussfähren unterstützte er den Bootsmaschinenfeldwebel bei

  • Überprüfung
  • Schadensbeseitigung sowie
  • Pflege und Wartung
  • der elektrischen Anlagen an Bord, einschließlich aller Batterien.

Vor Beginn einer Fahrt überprüfte der Elektromechaniker:

  • Positionslichter
  • Scheinwerfer
  • akustische Anlagen
  • die gesamte Lichtanlage
  • Batterien 

und gemeinsam mit dem Bootssteuermann die elektrischen und elektromagnetischen Fahr-und Steueranlagen des Bootes. Ergaben sich hierbei keine Störungen, meldete er dem Bootsmaschinenfeldwebel:

"Alle elektrischen Anlagen an Bord betriebsbereit"!

Während der Fahrt unterstützte der Elektromechaniker den Bootsmaschinenfeldwebel, wenn Störungen auftraten, bei der Suche der Ursache und bei der Behebung des Schadens.
Als Bootsmaschinist eingesetzt, führte er die Tätigkeiten der Bootsmaschinisten aus.

Pionier/Funker

Der Flusspionier/Sprechfunker, -nachfolgend nur Funker genannt -, hatte eine Doppelaufgabe.
Der Funker war für die ordnungsgemäße Abwicklung des Funkbetriebes an Bord verantwortlich. Er beschaffte, bearbeitete und verwaltete die Fernmeldebetriebsunterlagen.
Der Funker stellte die Funkverbindungen nach dem von der Dienststelle befohlenen Funkeinsatz her und hielt sie. Die Unterlagen hierzu mussten rechtzeitig zur Verfügung stehen und betriebssicher sein.
Darüber hinaus war der Funker für die Vollzähligkeit, Betriebsbereitschaft sowie Pflege und Wartung der Funkgeräte verantwortlich.
Traten keine Beanstandungen auf, meldete er dem Bootskommandanten: 

"Fernmeldebetriebsunterlagen vollzählig, Funkgerät einsatzbereit"!

Der Funker war ferner für den optischen Felluneldeverkehr verantwortlich. Er bediente die Flaggenleinen beim Setzen und Niederholen von Flaggen und Standern. Vor Antritt einer Fahrt überprüfte er die Vollzähligkeit der Flaggen und Flaggensätze sowie die Betriebsbereitschaft der Flaggenleinen und des Handscheinwerfers. Mängel, die er nicht selbst beseitigen konnte, meldet er dem Bootskommandanten.

Flußpionier

Flusspioniere handhabten, pflegten und warteten

  • die Bordausstattung an Deck,
  • die Bordwaffen sowie
  • die Ankereinrichtung

Vor Antritt einer Fahrt führten die Flusspioniere folgende Aufgaben durch:

  • Übernahme der Munition und Lagerung am vorgesehenen Platz an Bord
  • Überprüfung der Bordwaffen und Ankereinrichtungen.

Traten keine Beanstandungen auf, meldeten sie dem Bootskommandanten:

"Bordwaffen und Ankereinrichtungen einsatzbereit, Anzahl Patronen Munition an Bord"!

Feldkoch

Der Flusspionier / Feldkoch hatte eine Doppelaufgabe. Er bediente beim Ab-und Anlegen des Bootes die Fender und Leinen.

Auf dem Pionier-Schlepper unterstützte er außerdem den Bootsmaschinisten beim Bedienen der Bordwaffe, der Ankereinrichtung, der Spillanlage und der Feuerlöschkanone. Er half beim Rettungsdienst, beim Fahren mit Notruder und pflegte und wartete die Bordausstattung an Deck.

Auf Pionier-Sicherungsbooten unterstützte der Feldkoch im Frieden den Flusspionier zusätzlich beim

  • Ankern,
  • Schleppen,
  • Bordwaffeneinsatz
  • Rettungsdienst und
  • Fahren mit Notruder.

Als Feldkoch war er für

  • Empfang, Lagerung, Zubereitung und Ausgabe der Verpflegung,
  • Sauberkeit der Bootsküche und Kochanlage sowie
  • Vollzähligkeit des Küchengerätes verantwortlich.

Vor Antritt einer Fahrt überprüfte der Feldkoch, ob Kochanlage und Kühlschrank einwandfrei arbeiten und empfing Verpflegung, die er während der Übernahme auf Vollzähligkeit und Brauchbarkeit überprüfte.

Er lagerte sie in den vorgesehenen Behältern an Bord.

Der Feldkoch meldete dem Bootskommandanten nach Überprüfung:

"Verpflegung ordnungsgemäß übernommen, Koch-und Kühlanlage betriebsbereit"!

Während der Fahrt bereitete der Feldkoch zu befohlenen Zeiten die Kost zu und gab sie aus. Musste der Feldkoch die Bootsküche für eine nicht absehbare Zeit verlassen, schaltete er die Kochanlage ab und nahm aufgesetzte Speisen vom Herd. Falls erforderlich, konnten Soldaten vom Bootskommandanten zur Unterstützung des Feldkochs befohlen werden.

Nach einer Fahrt wurde die nicht verbrauchte Verpflegung in der Truppenküche zurück gegeben.